Wolf Südbeck-Baur
Alt-Bundesgerichtspräsident Giusep Nay widerspricht Bischof Huonder
Im Zwist zwischen dem Zürcher Regierungsrat Martin Graf und dem Churer Bischof Vitus Huonder meldet sich der ehemalige Bundesgerichspräsident Giusep Nay mit öffentlicher Kritik zu Wort. Die Behauptung des Bischofs, die Zürcher Regierung spreche der katholischen Kirche das Existenzrecht ab, sei falsch. Nay wirft dem Bischof vor, er respektiere das staatskirchenrechtliche Verhältnis nicht.
Die Mehrheit hat nicht immer recht
Balthasar Glättli sagt nach der Asylgesetz-Abstimmung: „Der Kampf für Grundrechte wird schwieriger“
Religion und die Freiheit der Kunst
Hans Küngs Vermächtnis: „Schweiget nicht!“
Der Schweizer Konzilstheologe Hans Küng, 85, zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück. Seinen letzten Auftritt nutzte der scheidende Präsident der Herbert Haag-Stiftung für Freiheit in der Kirche, beim neuen Papst Franziskus eine Kirchenreform im Geist von Franz von Assisi anzumahnen. Mündige Christen sollen nicht schweigen, wenn es um Reformanliegen in Kirche und Gesellschaft geht.
Offener Brief: „Priesterin ohne Kirche“
Ursa Krattiger, Politologin, Publizistin und reformierte Pfarrerstochter, ist aus ihrer Kirche ausgetreten. Die Baslerin bezeichnet sich als „Priesterin ohne Kirche“. Unlängst hat sie einen offenen Brief zum Frauenpriestertum geschrieben. Der aufbruch dokumentiert den Offenen Brief
Hans Küng: „Wir stehen am Ende des ökumenischen Winters“
Der Schweizer Theologe Hans Küng sieht in der Wahl von Papst Franziskus Anzeichen eines neuen ökumenischen Frühlings. Die katholische Kirche sollte nun die vollgültige Anerkennung der Ämter der evangelischen, orthodoxen und anglikanischen Kirchen umsetzen, fordert der 85-jährige Kirchenkritiker
Herausforderer für das Schablonendenken
Papst Franziskus SJ kommt aus dem Jesuitenorden. aufbruch-Redaktor Lukas Niederberger ist selbst ehemaliger Jesuit. Seine Papst-Einschätzung fällt weder unkritisch noch vernichtend aus.
„Vorwürfe halten den Fakten nicht stand“
Interview: Wolf Südbeck-Baur, Rom
Christian Rutishauser, wie haben Sie auf die Wahl ihres Ordensbruders Jorge Mario Bergoglio zum neuen Papst reagiert?
Christian Rutishauser: Mit grosser Überraschung und Freude. Auf den zweiten Blick dachte ich, ja klar, Kardinal Bergoglio hatte bei der Papstwahl 2005 bereits 40 Stimmen auf sich vereinen können und damals schon viel Zuspruch. So gesehen folgt diese Wahl auch einer gewissen Logik.
Der Geist weht, wo er will
Es mag ein Zeichen des Himmels gewesen sein, als sich eine Stunde vor dem Aufstieg des weissen Rauchs eine weisse Lachmöwe auf dem Schornstein der Sixtina niederliess und die Füsse wärmte. Warmherzig klingt es denn auch, als der neue Papst Franziskus auf der Loggia des Petersdoms die fiebernde Menge mit „fratelli e sorelle“, Brüder und Schwestern, „bona sera“, guten Abend begrüsst. Zur Überraschung aller bittet der etwas zerbrechlich wirkende 76-jährige Jesuit aus Buenos Aires zuerst die Gläubigen um ihr Gebet, bevor er ihnen den päpstlichen Segen zuspricht. Diese demütige Geste unterscheidet sich deutlich vom pompösen Auftreten seiner päpstlichen Vorgänger.
„Öffnet die Pforten des Konklaves!“
Die gültig, aber unerlaubt geweihte katholische Priesterin Janice Sevré-Duszynska aus den USA feierte mit den Frauen von der Women’s Ordination Conference in Rom Gottesdienst. Während die Kardinäle in der Sixtina einen neuen Papst wählen, macht sich die 63-Jährige für eine katholische Kirche stark, in der Frauen als Priesterinnen willkommen sind.
Wie ein neuer Papst im Vatikan überlebt
Auf dem Petersplatz weht ein kühler Wind und die grauen Pflastersteine glänzen vor Nässe. Ein Heer von Schirmen bevölkert den Petersplatz. Im Vatikan sind die 115 wahlberechtigten Kardinäle zur Wahl eines neuen Pontifex eingeschlossen. Auch nach dem zweiten Wahlgang steigt um 11.30 Uhr schwarzer Rauch auf. Es gibt noch keinen neuen Papst. Vatikankenner orakeln und die italienischen Zeitungen wollen wissen, dass die Aktien des Brasilianers Kardinal Odilo Scherer im Sinkflug seien, die des Opus-Dei nahen Budapester Kardinals Erdö hingegen steigen würden.
Rosa Rauch über dem Vatikan
Frauen in pinken Kleidern, Repräsentantinnen der weltweiten Women’s Ordination Conference WOK, liessen heute vormittag rosa Rauch aufsteigen. Eine Demonstration für die Gleichberechtigung der Frauen in der katholischen Kirche – Frauenpriestertum inklusive.